Intervallfasten und Ayurveda

Intervallfasten ist in aller Munde und vielleicht frägst du dich auch, ob diese Art des Fastens etwas für dich ist.

Die am meisten praktizierte Version des Intervallfastens ist 16:8, d.h. innerhalb 8 Stunden werden die Mahlzeiten eingenommen und dann für 16 Stunden nichts mehr. Das heißt aber nicht, dass wir in der Zeit, in der wir essen dürfen, alles in uns reinschieben was wir wollen. Hier sollte man sich an seine 3 Mahlzeiten halten und die Pausen zwischen dem Essen einhalten.

Das Intervallfasten wird im Ayurveda als Langhana bezeichnet, es gilt als das höchste Heilmittel und wird schon seit Jahrtausenden praktiziert. Allerdings nur wenn es an die individuelle Konstitution entsprechend angepasst ist. Durch die individuelle Anpassung kann diese Form des Fastens komplett ins Leben integriert werden und somit nicht nur zur Gewichtsreduktion beitragen, sondern auch für mehr Wohlbefinden sorgen.
 

Wichtige Hinweise zum Intervallfasten aus dem Ayurveda

 
Laut Ayurveda ist es grundsätzlich wichtig, die Pausen (mindestens 4 Stunden) zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, damit der Körper genug Zeit hat die Nahrung zu verdauen. D.h. das Verdauungsfeuer Agni hat genügend Zeit, um ungestört zu arbeiten. Dies hat u.a. zur Folge, dass die Gesundheit aufrechterhalten bleibt. In diesen Pausen sollte keinerlei Nahrung aufgenommen werden. Dies dient in dem Fall natürlich auch zur Gewichtsreduktion.

Zur Nahrungsaufnahme zählt im Ayurveda übrigens alles, was Nahrhafter als Waser oder Tee ist. D.h. auch der Kaffee – vor allem mit Milch zwischendurch gilt als Nahrung oder auch ein Fruchtsaft.

Nach dem Ayurveda soll man erst Nahrung zu sich nehmen, wenn man ein deutliches Hungergefühl (Magenknurren) hat. Leider kennen viele von uns heutzutage dieses Gefühl nicht mehr wirklich.

Ganz wichtig für das Fasten ist, dass man nicht gar Nichts essen soll. Also sogenannte Nulldiäten sind laut Ayurveda eher Gift, als das sie helfen. Denn wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, dann wird Agni nicht richtig genährt und seine Tätigkeit kommt fast zum Erliegen. Du könntest jetzt sagen: „Naja wenn ich nix esse, dann brauche ich ja auch keine vorbildlich funktionierende Verdauung…“. Ich sage dazu aber: „Gaaaanz falsch!“ Wenn Agni nicht mehr richtig oder kaum noch funktioniert, ist dies für uns sehr zum Nachteil, denn Agni ist mit dafür verantwortlich, dass Ojas entsteht (Ojas ist die Lebenskraft, der Stoff, welcher den Geist klärt, den Körper verjüngt und das Immunsystem stärkt. Ojas ist das feinste Produkt des Verdauungsprozesses und die Essenz der sieben Dhatus/Hauptgewebe). Man könnte auch sagen: ohne Ojas – kein Leben. Damit sollte also geklärt sein, ob es wichtig ist das die Verdauung richtig funktioniert oder nicht.

Der Ayurveda sagt auch, dass man nach dem Abendessen mindestens noch 3 Stunden wach sein sollte, bevor man schlafen geht. D.h. man sollte spätestens um 19 Uhr was essen, denn um 22 Uhr ist es laut der Dosha-Uhr empfehlenswert sich hinzulegen. In den 3 Stunden hat der Körper dann noch genügend Zeit, um die letzte Mahlzeit des Tages zu verdauen.
 

Kommen wir nun zu den Konstitutionen:

 
Vata Konstitutionen haben oft keine Probleme lange Pausen zwischen den Mahlzeiten zu lassen, denn sie sind eher ein sporadischer Esser. ABER gerade für Vata ist es wichtig zu lange Pausen zu vermeiden, denn das bringt Vata eher aus der Balance. Hier macht es Sinn eher 14:11 zu machen dann werden die drei Mahlzeiten mit einem Abstand von 5 Stunden eingenommen und die längere Pause ist dann 14 Stunden.

Pitta Konstitutionen verspüren meistens einen kräftigen Hunger und können es nicht tolerieren, wenn eine Mahlzeit ausfällt oder später als gewohnt stattfindet. Sie können sich aber entscheiden ob sie 14:10 oder 16:8 machen. Wie gesagt, wichtig ist hier nur dass die Mahlzeiten regelmäßig und pünktlich auf dem Tisch stehen.

Kapha Konstitutionen haben es am einfachsten und auch am nötigsten das Intervallfasten zu machen. Kapha Konstitutionen können auch am leichtesten eine Mahlzeit ganz weglassen und somit z.B. nach dem Schema 18:6 gehen. Also 18 Stunden Pause und zwei Mahlzeiten innerhalb der 6 Stunden, aber mit 5 Stunden Abstand dazwischen. Kapha Konstitutionen sind allerdings am schwierigsten vom Intervallfasten zu überzeugen, da sie Genussmenschen sind und einfach zu gerne essen. Am leichtesten fällt es, wenn sie das Frühstück weglassen.
 
Fazit: Intervallfasten ist also auch laut Ayurveda eine gute Sache, aber nur wenn man dies in individueller Abstimmung mit der Konstitution macht.

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