Nahrung als Medizin

Im Ayurveda hat die Ernährung einen sehr hohen Stellenwert. „Du bist was du isst“, vielleicht kennst du auch den Spruch. Der kommt zwar nicht aus dem Ayurveda, aber im Ayurveda wird dies fast wörtlich genommen: unsere Ernährung entscheidet mit darüber ob wir gesund sind oder nicht. Ernähren wir uns gesund, so ist das der beste Schutz gegen Krankheiten. Prävention ruht im Ayurveda auf zwei Säulen: Ernährung und Lebensweise.

Eine gesunde typgerechte Ernährung gilt als Basis einer jeden Therapie. D.h. wenn wir bereits an irgendwelchen Störungen leiden, ist einer der ersten Ansätze auf die Ernährung zu schauen und diese individuell zu optimieren. Aber auch hier spielt der individuelle Ansatz des Ayurveda eine entscheidende Rolle. Zwar gibt es allgemeine Hinweise zur Ernährung, aber dennoch sollten diese an die eigene Konstitution angepasst werden. Mit dem was wir täglich essen beeinflussen wir die drei Doshas und können diese somit auch durch Nahrung ausgleichen.

Die Nahrung dient im Ayurveda der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Doshas, der Stärkung der Körpergewebe und der Harmonisierung von Emotionen und geistige Fähigkeiten.

Eine der Konstitutionen entsprechenden Ernährung, angepasst an die Tages- und Jahreszeiten, bietet eine wichtige Grundlage für die Gesundheit.

Zu jeder Tages- und Jahreszeit ist ein anderes Dosha vorherrschend. Je nachdem, wie stark das entsprechende Dosha in der Konstitution ausgeprägt ist, sollte es durch die Auswahl geeigneter Nahrungsmittel und Zubereitungsarten ausgeglichen werden.

Die Tages- und Jahreszeiten haben aufgrund der unterschiedlichen Dosha-Dominanz eine unmittelbare Auswirkung auf die Stärke des Agni. Nahrungsmenge und Zubereitungsart sollten deshalb immer auf die Stärke des Agni abgestimmt sein. Wenn das Agni nicht so stark ist sollten leichte, warme Speisen bevorzugt werden. Im Sommer, bei starkem Pitta und Agni können auch kühlende Speisen wie Rohkost mit eingebunden werden. Wenn die Situation unklar ist, solltest du Nahrungsmittel die für alle drei Doshas geeignet sind und warme Speisen bevorzugen.

Nahrung sollte alle Sinne ansprechen, farbenfroh und frisch zubereitet sein. Gewürze, ausgewogener Geschmack und angenehme Konsistenz sorgen nicht nur für Sättigung, sondern auch für Zufriedenheit und Wohlgefühl nach dem Essen.

Die ayurvedische Ernährung dient dazu, die Harmonie im Körper zu erhalten, ihn zu stärken, insbesondere das Immunsystem und auch die Gewebe zu regenerieren. Aber nicht nur der Körper, sondern auch Geist und Emotionen werden durch richtige Ernährung gestärkt.
 

Folgende allgemeine Empfehlungen sind ein erster Schritt zu einer gesunden Esskultur:

 
– Mahlzeiten an einem angenehmen Ort in Ruhe, angenehmer Gesellschaft und konzentriert essen.
– Nahrung sollte warm sein. Leichte, saftige und suppige Speisen sind schweren, trockenen vorzuziehen.
– Mahlzeiten regelmäßig einnehmen.
– Erst wieder was essen, wenn die letzte Mahlzeit verdaut ist, also wenn sich das Hungergefühl einstellt (normalerweise zwischen 3-6 Stunden).
– Gut kauen erleichtert die Verdauung.
– Vor und während dem Essen keine kalten Getränke trinken (löscht Agni).
– Nicht zu viel essen.
 
Übrigens: der Spruch „Du bist was du isst“ geht im Ayurveda so: „Du bist was du verdaust“

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